Die Einführung der ISO 50003 führt zu Veränderungen bei der Auditierung von ISO 50001-Systemen

Unternehmen, die nach der DIN EN ISO 50001 zertifiziert sind oder sich zertifizieren lassen möchten, müssen sich auf veränderte Auditanforderungen einstellen.  

In der ISO 50003 werden die neuen Anforderungen an die Zertifizierungsgesellschaften im Zusammenhang mit der Auditierung von ISO 50001-Systemen beschrieben. Zu diesen neuen Anforderungen gehören vor allem der verpflichtende Nachweis einer Verbesserung der energiebezogenen Leistung durch die Unternehmen sowie neue Kalkulationsvorgaben zur Berechnung der Auditzeiten.

Die Herausforderung für zertifizierte Unternehmen besteht zukünftig nicht mehr nur darin, ein funktionsfähiges Energiemanagementsystem mit dem Ziel der Verbesserung der Energieeffizienz zu etablieren, sondern die tatsächliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung auch nachweisen zu können. Sollte es Unternehmen zukünftig nicht möglich sein, die Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachweisen zu können, kann dies als Hauptabweichung eingestuft werden und verhindert somit der Zertifikatserteilung oder -verlängerung.

 

PLAN   →   DO   →   CHECK   →   ACT –  diese 4 Elemente finden sich in der DIN ISO 50001 wieder. Die neuen Anforderungen an den Nachweis der verbesserten energiebezogenen Leistung wirken sich insbesondere auf die Phasen „PLAN“ und „CHECK“ aus.

Im Zyklus „PLAN“ wird die Energieleistung geplant und messbar gemacht. Nur mit Hilfe von aussagekräftigen Energieleistungskennzahlen können Unternehmen eine solide energetische Ausgangsbasis aufzeigen, komplexe Realitäten abbilden und die Grundlage für die spätere Wirksamkeitsprüfung legen. Mit der ISO 50006 gibt es zu dieser Phase einen speziellen Leitfaden mit Hilfestellungen und Beispielen.

Zum Zyklus „CHECK“ gehört die Messung und Verifizierung der Wirksamkeit von umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen. Hier kommt es zukünftig auf sinnvolle sowie sauber umgesetzte, dokumentierte und verifizierte Maßnahmen an. In diesem Zusammenhang unterstützt die ISO 50015, welche Grundsätze und einen Leitfaden zur Messung und Verifizierung von Verbesserungsmaßnahmen zur Erreichung der geplanten Energieeffizienz anbietet.

 

Mit den geänderten Vorgaben zur Berechnung der Auditzeiten wird versucht, die Energierelevanz der Unternehmen stärken zu berücksichtigen. Zukünftig richtet sich der Auditaufwand daher vor allem nach den tatsächlichen Energiequellen/-trägern, den wesentlichen Energieeinsatzbereiche und -verbrauchern (SEUs: significant energy uses) sowie der Anzahl der Personen, welche Einfluss auf das EnMS und den Energieverbrauch haben.

 

Für Erstzertifizierungen gelten die neuen Anforderungen ab Oktober 2017, für bereits zertifizierte Unternehmen ab dem nächsten Rezertifizierungsaudit.

 

Die Einführung der ISO 50003 hat nach einem Beschluss der International Accreditation Forum zum Ziel, dass der Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz der ISO 50001 für Energiemanagementsysteme generell erhöht und die Zertifizierungspraxis weltweit vereinheitlicht wird.

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